Sie befinden sich hier:  Landkreis > Historisches

Zwischen Kunst und Industrie

Große historische Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, aber auch eine traditionsreiche industrielle Entwicklung bestimmen seit rund 300 Jahren das Leben in der Region des heutigen Landkreises Anhalt-Bitterfeld.

So ist Köthens Geschichte untrennbar mit dem Wirken von Johann Sebastian Bach verbunden, der von 1717 bis 1723 Hofkapellmeister des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen war und in diesen Jahren unter anderem die sechs Brandenburgischen Konzerten komponierte. Die Historie Köthens ist neben dem Wirken dieses großen Musikers vor allem durch die industrielle Entwicklung geprägt. Bis heute hat der Kranbau in Köthen Tradition. 1934 gründete der Konstrukteur Carl Gensel, Professor am renommierten Polytechnikum in Köthen, ein Unternehmen für Hebetechnik und Kranbau. Heute stellt die Kranbau Köthen GmbH Spezialkrane wie Brücken-, Vollportal- und Portaldrehkrane für die Groß- und Schwerindustrie her und verkauft diese weltweit.

Seit mehr als 200 Jahren wird die Bitterfelder Region insbesondere durch den Bergbau, der heute eingestellt ist und die schnell wachsende chemische Industrie geprägt. Zahlreiche Erfindungen dieser Zeit stehen für Unternehmergeist und Leistungskraft der Region. So legte Walther Rathenau in Bitterfeld die Grundlagen der mitteldeutschen Elektrochemie. Spezialisten in Bitterfeld und Wolfen entwickelten die ersten Kunststoffe und synthetischen Kunstfasern. In der Filmfabrik Wolfen (AGFA) entstand der erste Kine-Farbfilm der Welt. Pionierleistungen vollbrachte auch August von Parseval, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bitterfeld wasserstoffgefüllte Luftschiffe baute.

Industrie und Landwirtschaft, aber auch Handwerk und Gewerbe prägen die Stadt Zerbst. Hier entwickelten sich seit Anfang der 90er Jahre viele Klein- und mittelständische Unternehmen. Im produzierenden Bereich haben sich vor allem Firmen des metallbe- und verarbeitenden Gewerbes, der Spezialglasverarbeitung sowie der Lebens- und Feinkostmittelherstellung profiliert.

... Luthers spätere Frau im Brehnaer Kloster aufwuchs?

1201 gründete Gräfin Hedwig, die Witwe des Grafen Friedrich I. von Brehna, das Kloster des Augustinerordens in Brehna. Es war dem heiligen Clemens geweiht, das güterreichste der Umgebung und bestand bis zur Säkularisation im Jahre 1531. Vielleicht würde man von diesem Kloster heute kaum noch reden – von seinen Mauern ist so gut wie nichts mehr erhalten – wenn hier nicht die junge Adelstochter Katharina von Bora von 1504 bis 1508 aufwuchs. Katharina heiratet nach ihrer Flucht am 13. Juli 1525 in Wittenberg den damals noch gebannten Mönch und Reformator Dr. Martin Luther. Sehenswert ist heute die an der Stelle des Klosters gelegene Pfarrkirche von Brehna.